Ein unglaubliches Jahr

Vermutlich habt Ihr euch gewundert. Seit Mai war ich verschollen. Sozusagen. Abgetaucht in einen bombastischen Sommer. Und während alle anderen faul in der Sonne lagen, stand ich in der heimischen Küche und habe versucht der Ernteschwemme Herr zu werden. Nun platzt unsere Vorratskammer aus allen Nähten und wir sind für die nächsten gut zehn Jahre bestens versorgt…

Selbst Anfang November konnte ich mich noch an den Tomaten im Garten bedienen. Dann kam der erste Frost und ich war wirklich froh, die Reste den Vögeln zu überlassen. Bin jetzt auch gar nicht böse, dass es erstmal keine Tomaten mehr gibt.

Ich habe eingekocht. Das erste Mal im Leben. Nach einem holprigen Start hatte ich den Dreh relativ schnell raus. Unglaublich, wie einfach das ist, wenn man weiß, wie man es richtig macht. Zum Glück hatte ich in den letzten Jahren genügend Gläser gesammelt. Nein, ich habe keinen Einkochtopf, sondern habe es im Backofen gemacht. Absolut easy, auch für Anfänger und kann ich wirklich nur empfehlen. Neben Ketchup, Tomatensauce, und alle möglichen Obstsorten gibt es auch fertige Bolognese-Sauce. Nun kann ich also jeden Morgen in mein selbstgemachtes Müsli eigene Kirschen, Pflaumen oder Birnen zugeben. Welch Genuß!!

Bei der Saftherstellung hatte ich am Anfang weniger Glück. Ich habe mir in diesem Jahr einen Dampfentsafter zugelegt, was eine wirklich gute Sache ist. Zumindest für kleinere Mengen. Nun war es jedoch so, dass ich mit Kirschen angefangen habe. Fünf Kirschbäume stehen hier und als die ersten reif waren, war ich hochmotiviert. Da konnte ich noch nicht ahnen, was mir bevorstand. Denn in den letzten Jahren war die Kirschernte ok, aber niemals sooooo reichlich wie in diesem Sommer. Die erste Fuhre Kirschsaft ging dann auch gleich in die Hose und ich war danach erstmal einige Zeit damit beschäftigt die Küche zu reinigen. ich hatte den heißen Saft in kalte Flaschen gefüllt… Da machte es Peng und der Kirschsaft füllte ziemlich schnell den Küchenboden… Auch danach sind der Dampfentsafter und ich keine echten Freunde geworden. Wir unterhalten seitdem eine Zweckgemeinschaft, bei der mal ich, mal er gewinnt. Dennoch, 15 Liter Kirschsaft, einige Liter Holunderbeerensaft und Birnensaft hab ich! Nicht zu vergessen den Apfelsaft…

Nebenbei kam dann auch immer mal wieder Fred vorbei. Bis zum Spätsommer. Und einige Küchenumräumaktionen später. Was soll ich sagen. ICH habe gewonnen. Nachdem Kater Sammy seinen Job einfach nicht ordentlich gemacht hat, wurde Familie Fred wirklich eingefangen. Wochenlang haben wir Fallen aufgestellt. Und dann ging es ganz schnell. Acht (!) Mäuse wurden in Lebenfallen gefangen und so leid es mir tat, gut fünf Kilometer entfernt wieder ausgesetzt. Hoffen wir, dass die Familie dort wieder zusammengefunden hat. Kurz nachdem die Großfamilie eingefangen wurde, schaute dann wohl noch ein Freund von Fred am Fenster vorbei. Ich musste wirklich sehr an mich halten, um ihm nicht doch die Tür zu öffnen 😉

In diesem Sinne wünsche ich Euch schon mal ein schönes Weihnachstfest und alles Gute für 2019!

 

Fred, die Maus.

Das in einem alten Haus Mäuse sind muss ich ja keinem erzählen. Sie sind auch überall. Wie im letzten Jahr, als ich eine Grossfamilie im Meerschweinchenstall entdeckt hatte. Überall knispert es mal in den Wänden. Vor allem im Winter. Gerne kommen sie auch unter dem Backofen zu Besuch. Das haben wir aber mittlerweile gut geregelt, denn ich lasse dann einfach mal die Schublade pber Nacht auf und finde morgens in den Dusche dann die Überreste. Unser Kater Sammy macht da wirklich einen guten Job. Die Extraportion Katzenfutter sozusagen.

Und er ist auch draussen sehr fleissig. Er kennt die besten Ecken ganz genau und manchmal tigert er hektisch pber den Hof. Von einer guten Mauseecke zur nächsten. Würdigt uns keines Blickes.

Seit Wochen bin ich aber nun auf der Suche nach einer Maus in der Küche. Ich habe alle Schubladen durchwühlt und trotzdem sind am nächsten Tag wieder Mauseköttel zu sehen. Dazu muss ich erwähnen, dass ich Lebensmittel, die Mäuse gerne mögen, also Nudeln, Zucker, Hund- und Katzenfutter, Backsachen, komplett in der Wohnung lagere und nicht draussen in der Vorratskammer. Dort ist nämlich ein ganzer Mausestamm beheimatet. Kein Wunder, liegt die Kammer doch direkt neben dem Kuhstall. Nun darf ich aber fast täglich angefressene Packungen aus der Küche wegwerfen. Weil jeden Tag eine neue angefressen ist.

Gestern haben wie den ultimativen Test gemacht. Wir haben einen Schrank beiseite gerückt. Und? Wir haben ein sauber gefressenes Mauseloch gefunden! In gut 50-60cm Höhe. Kurz bevor wir das Loch zugenagelt haben ist blöderweise ein Maus herausgefallen…

Ja. Lacht nur. Zwei Menschen begaben sich dann auf die Suche. Nada. Nichts. Nur geknabbere und geknistere… Und kein Sammy in Sicht. Danke Kater. Nun ist es also so, dass das Loch zu ist. Die Maus aber hier drinnen. Schon mal versucht ne Maus zu fangen? Tagesaufgabe. Mindestens. Si ehat es ja auch gut hier zwischen all den Nudelpaketen und Katzenkräckern…

Gerade knisperte es wieder sehr laut. Ich hab den Schrank weg geschoben und sehe der Maus direkt in die Augen. Tja. Nun weiss ich also mit Gewissheit, dass wir einen neuen Küchenmitbewohner haben. Sie war sehr klein. Also kleiner als klein und ich denke jetzt, dass Mama Maus auf der anderen Seite der Holzvertäfelung sitzt und wieder ein Loch baut. Um Sprössling Fred nach Hause zu holen… Könnte doch sein, oder?

Ich gehe jetzt gleich raus. Habe den Schrank vorgerückt und warte noch ungeduldig auf Kater Sam….

PS: Ein unspektuelles Bild mit grosser Wirkung!

Die Villa erwacht

Und schwupps ist es Frühling!! Und dazu noch so üppig wie ich es selten vorher erlebt habe. Kurz nach dem Schnee kam doch wirklich die Sonne und es wurden fast 30 Grad gemessen. Für alle eine abrupte Umstellung, die wir aber sehr gerne in Kauf genommen haben. Beete wurden von altem Laub befreit, Rosen geschnitten, getopft und gepflanzt und einfach in der Sonne gesessen. Ach, wie ist das Leben schön!

Der lange Winter hat wirklich Spuren hinterlassen und bei den ersten Sonnenstrahlen haben sowohl Mensch als auch alle Tiere die Wärme fast aufgesogen. Und ganz plötzlich erwachte das Leben rund um die Villa. Die Bäume erstrahlten vor Blüten und zarten Blättern, Insekten und Bienen flogen munter umher, Schmetterlinge werden gesichtet und alte Bewohner kehren zurück.

Wie das Bachstelzenpaar, das im letzten Jahr schon hier gebrütet hat. Es ist mächtig am Arbeiten um für den Nachwuchs ein heim zu schaffen, ebenso die Rotkehlchen, Gartenrotschwanz, all die Meisen und Amseln. Die Fledermaus zieht in der Dämmerung wieder ihre Runden und auch die Salamanderfamilie habe ich kurz gesehen. Dazu kommen diverse Neuzugänge, die wir hier in den letzten Jahren noch nicht hatten. Unser Miniteich ist voll mit hunderten Qaulquappen und ein Trauerschnäpperpärchen hat das Vogelhaus im Walnussbaum bezogen.

Ameisen wie Mäuse sind aktiv und auch im Haus zu Besuch. Wobei die Mäuse es nicht leicht haben, weil Raubtiger Sammy wirklich sein zu Hause sauber hält. Die Ameisen werden mit Zimtspuren sanft zum Rückzug gezwungen. Tut mir ja wirklich leid, aber Ameisen in der Küche ist nicht so mein Ding. Ausserdem haben sie es ja hier draussen auch wirklich gut.

Die Meerschweinchen erfreuen sich am täglichen frischen Gras und auch die Kühe geniessen ihre frischen grünen Wiesen. Kuhglockengebimmel überall und der Brunnen plätschert wieder monoton vor sich hin. Es ist ist Frühling. Überall.

Was eine wunderschöne Jahreszeit! Ich kann mich kaum sattsehen an der Natur, die jeden Tag ihr Gesicht ändert. Ein süsser Duft von unzähligen Löwenzahnblüten liegt in der Luft. Und kaum war eben noch Winter, so ist man nun mittendrin. Die ersten Grillsaucen wurden schnell gekocht, damit ich vorbereitet bin. Die Würzpasten für das Sommerhalbjahr fertig gemacht und die restlichen Gläser vorbereitet. Damit ich auch wirklich parat bin.

Schnittlauch, Liebstöckel (Maggikraut) und Zitronenmelisse konnten schon geerntet werden und nächste Woche kommen die Gemüsepflanzen in den Boden. Und zwischendurch findet man mich immer wieder entspannt auf der Bank oder im hohen Gras wieder. Natur einatmen. Akkus auffüllen. Wunderbar.

Ich habe beschlossen dieses Jahr wirklich mal ganz ins Zeichen der Selbstversorgung zu stellen. Mal sehen was da alles geht. Die erste Pasta wurde neulich selbergemacht und getrocknet. Nun werde ich mich mal am Einkochen versuchen. Diese alte Tradition kommt viel zu kurz und ich bin neugierig wie uns das alles so gelingt.

Geniesst die Zeit. Geniesst den Frühling!

 

Wo ist der Frühling?

Lange nichts mehr gelesen von mir. Ich weiss. Das tut mir auch sehr leid, andererseits ist der Winter irgendwie immer noch nicht so richtig vorbei. Und es geht mir gerade wirklich auf den Keks. Ich bin ja als Norddeutsche Deern wirklich nicht empfindlich was das Wetter angeht. Aaaabeeerrr… so ein ganz bisschen Sonne wäre nun wirklich mal super. Gefühlt haben wir es seit November kalt, nass oder weiss. Sucht euch was aus.

Meine Motivation mich mal an die Gartenplanung zu machen ist gerade bei Null. Auch in den nächsten zwei Wochen ist es hier nicht in Sicht, dass sich das Wetter mal stabil ändert. Jeder Sonnentag wird ausgiebig genutzt, um die Nase in die Sonnenstrahlen zu halten und auf lange Gassirunden zu gehen. Ich rechne es meinem Hund wirklich hoch an, dass sie es schafft mich jeden Tag nach draussen zu bekommen. Auch heute sind wieder Gummistiefel, Regenhose und wasserdichte Jacke angesagt. Lohnt meistens noch nicht mal, den Fotoapparat mitzunehmen. So viele Tropfen kann ich gar nicht fotografieren…

Dennoch gab es einige schöne Momente. Ich bin zahlreich den Hausberg auf dem Popo heruntergerutscht, habe unzählige Schneebälle geworfen und die ganze Vogelschar der Nachbarschaft zum Gibel gelockt. Da gab es jeden Tag sehr viel zu beobachten und ich hoffe, dass die kleinen Piepser es mir danken werden, indem sie die Blattläuse im Sommer aufpicken. Sie haben sich auch mittlerweile mit den beiden letzten Hühnerdamen angefreundet, die selbstlos ihre Körner dem besuchenen Federvieh zur Verfügung stellen. Und nicht nur ihnen. ich glaube alles Mäuse der Umgebung kommen auch regelmässig zu Besuch. Marie und Frieda sind die beiden letzten Damen im Hühnerhaus. Sie halten sich tapfer und sehen auch noch sehr gesund aus. Ich hoffe wirklich, dass sie noch einen schönen Sommer bei uns erleben werden.

Zwei ganz heftige Stürme hatten wir im Dezember und Januar. Die Bäume knickzen um wie Streichhölzer. Riesige Fichten, die seit Jahrzehnten sicher standen lagen auf einmal auf der Wiese. Tagelang konnte man sich nicht in den Wald trauen und die Landwirte haben seit Wochen zu tun um sie zu entfernen.

Und es gab im Januar einen Heimaturlaub an der Ostsee für uns. da war auch teilweise richtiges Schmuddelwetter, aber da oben macht mir das so richtig gar nichts 🙂

Etwas Gutes hat das Wetter ja. Man erledigt viele Dinge, die sonst immer irgendwie liegen geblieben sind. So habe ich nun unzählige saubere Gläser parat. Alle Papiere sind geordnet und überhaupt habe ich mal so richtig schön ausgemistet. was sich da immer alles ansammelt… oh Graus.

Und es macht ja auch irgendwie Hoffnung, dass das Wetter jetzt so schlecht ist. Dann sind wir vielleicht auch sicher vor spätem Frost und bekommen eine reiche Obsternte. Das war ja in den letzten Jahren ganz anders. Bärlauch ist noch nicht in Sicht.

Ich hoffe, ihr haltet alle durch. Der Frühling kommt sicher. Irgendwann… Unten noch die schönsten Bilder aus den letzten Monaten!

 

Weisse Pracht

Pünktlich zum Dezember kommt der Schnee! Während ausserhalb der Villa das Verkehrschaos tobt können wir alle hier oben die weisse Pracht nur geniessen. Uns in den Schnee schmeissen und hoffen, dass es nun so schön bleibt. Am besten den ganzen Winter lang.

Unsere Hündin könnte ja stundenlang draussen sein und im Schnee toben. Unser kater Sam dagegen macht seinem Namen „Brumbüddel“ derzeit alle Ehre. Er geht gefühlte 500 Mal täglich raus um zu schauen, ob sich das Wetter vielleicht verbessert hat und er keine nassen Füsse mehr bekommt. Und er nervt hier drinnen so richtig. Während man ihn in den Sommermonaten kaum wahrnimmt, so ist seine Präsenz jetzt schon echt zu viel. Ich meine, ich kann ja nun wirklich nix für das Wetter… Und wenn so ein Kater mal wirklich ausgeschlafen ist… Dann kann man sich selber halt nur warm anziehen… Dennoch sollte man nicht unterschätzen, wie viele Mäuse der kleine Mann auch bei diesem Wetter nach Hause bringt. Als wenn er hier nichts zu essen bekommt…

Unser eines Hühnchen hat es leider nicht geschafft. Als ich vor zwei Wochen morgens in den Stall kam, da lag es tod in der Ecke. Sanft eingeschlafen nachts, eingekuschelt an ihre drei Freundinnen. Wir haben ihr einen schönen Abschied beschert und sie liegt jetzt im Wald. Nun haben wir nur noch drei Mädels…

Nun heisst es also wieder mehrmals täglich Skihose anziehen und nach den Tieren schauen. Das Wasser friert schon wieder regelmässig ein. Und wir haben so viel Besuch von Vögeln. Unglaublich, wie schnell sich das rumspricht, dass es hier überall für sie etwas zu essen gibt. Ich liebe es am Tisch zu sitzen und die Vögel zu beobachten. Sowas gibt es nur im Winter.

Ansonsten werden im Moment auch unsere Tage ruhiger. Ausser Tiere, Schneeschippen und Gassi gehen liegt jetzt nicht mehr soviel an. Und das ist auch gut so. Passend zur besinnlichen Weihnachtszeit dürfen sich auch die Menschen in der Villa ausruhen.

Geniesst die Zeit, bis bald 🙂

 

Sommerende

Nun habe ich schon so lange nichst mehr von mir hören lassen. Die letzten Sommerwochen gingen aber auch viel zu schnell um. Wir hatten viel Besuch, haben uns einen wohlverdienten Urlaub gegönnt und auch einfach mal die Zeit genossen. Daneben wurde geerntet, eingekocht, getrocknet und gebacken. Und vor allem der oktober war hier bei uns noch absolut wunderschön. Sonne pur und immer um die 20 Grad. Da ging es nicht anders, als jede freie Minute draussen zu geniessen. Gestern morgen waren wir dann fast eingeschneit. 15cm Neuschnee, der sich aber im Laufe des Tages wieder auflöste. Nun haben wir einen richtigen Herbsttag. Nebelig, schmuddelig, nass. Der Ofen läuft.

Ich habe auch in diesem Jahr wieder bemerkt, dass ich den Herbst wirklich liebe. Ich liebe die frische Luft, ich liebe die Farben. Und ich liebe auch dieses Schmuddelwetter. Liegt vermutlich daran, dass ich eben eine Norddeutsche Deern bin und Regen oder Sturm mich nicht wirklich umhauen. Ich mag es einfach, wenn der Regen mir ins Gesicht klatscht und ich durchnässt nach Hause komme und mich vor den warmen Ofen setzen kann.

In diesem Spätsommer gab es wieder viele Herausforderungen. Unser Kater ist derzeit wirklich super in Form und bringt mindestens einmal täglich ne Maus nach Hause. Neulich bin ich frühmorgens ins Badezimmer. Es war noch dunkel. Mache ich nie wieder… Da nehme ich lieber in Kauf einen Lichtschock zu bekommen, als noch ein einziges Mal auf eine tote Maus zu treten… Neulich hatten wir lieben Besuch zum Brunch. Da kam der Tiger dann mit einer Blaumeise im Maul nach Hause und ging schnurstracks mit ihr ins Badezimmer. Herrjeh tat mir das kleine Federvieh leid. Aber wir hatten keine Chance, unseren Sammy dazu zu bewegen, doch bitte einfach das Maul zu öffnen und der Meise die Freiheit zu schenken. Eine halbe Stunde später war das Badezimmer übersät mit Federn, aber die kleine Meise hatte sich in eine Ecke gerettet und mein Mann konnte sie heldenhaft nach draussen setzen, wo sie zugleich wegflog. Zum Glück. Aber Katzen sind ja nun mal Raubtiere, auch wenn man das so gar nicht vermuten mag, wenn sie eingekuschelt auf dem Sofa neben einem liegen.

Wir hatten in diesem Sommer auch sehr viel Besuch von Vögeln, Füchsen, Rehen, Schmetterlingen und Igeln. Ein Eichhörnchen hat sich auch mal auf einem Ausflug in unseren Walnussbaum verirrt. Und Hornissen gab es in diesem Jahr auch sehr viel. Alleine mit dem Beobachten all dieser Tiere konnte man Stunden verbringen.

Unsere beiden Schweine hatten einen tollen Sommer. Es wurde gebuddelt, gegrunzt und die Schlammgrube gerne für die Mittagsruhe genutzt. Ihr Aussengehege habe sie einmal von links nach rechts gedreht in den letzten Monaten, nun wird es demnächst leider Zeit, sie wegzugeben…

Im Laufe des Jahres hatte ich mir unzählige leere Gläser angesammelt, damit ich vorbereitet bin. Besser vorbereitet als in den letzten Jahren, wo ich von der Obstflut hier eher überrascht wurde. Durch den späten Frost im Frühjahr gab es aber gar kein Obst dieses Jahr. Nun reihen sich sicherlich 300 leere Gläser im Keller aneinander. Ein paar Gläser Apfelmus gab es, Marmeladen in allen Variationen. Verschiedene Pasten aus Kräutern und getrocknete Tomaten. Letzteres aber in Fülle! Ich glaube kaum, dass wir in diesem Winter auch nur eine Tomaten kaufen werden. Aber ich habe sie nicht nur getrocknet, sondern ich habe auch ketchup hergestellt. Und das ist wirklich mal ein Genuss! ich bin kein Fan von Nudeln mit Tomatensauce. Das hat sich mit der Eigenkreation schlagartig geändert. Unglaublich, wie lecker das ist! Und Bohnen. Ich weiss nicht wieviel Kilo, aber im Tiefkühlschrank sieht man nur Bohnen. Macht mir aber gar nichts. Ich liebe Bohnen.

Die Mädels (Hühner) haben den Sommer auch gut überstanden. Obwohl ein Hühnchen schon seit einigen Wochen etwas angeschlagen ist. Alt eben… Die ausgedienten Legehennen haben einfach schon so viel geleistet in ihrem kurzen Leben. Neulich bin ich morgens rausgegangen um den Hühnerstall zu öffnen. Da lief ein Hühnchen einfach schon im Aussegehe rum… Boah, habe ich mich da erschrocken! Was ein Glück, dass der Fuchs nicht in der Nacht kam. Nun habe ich mich dann am folgenden Abend auf die Lauer gelegt und geschaut ob alle bei Dämmerung reingehen. Das Hühnchen, dass morgens draussen war, versuchte dann immer hoch in den Stall zu hüppeln, hatte aber wohl keine Kraft und kam nicht hoch. Daruafhin zog es sich unter einen Busch zurück. Wollte wohl die Nacht da wieder verbringen. Aber ohne mich. Seitdem hebe ich es jeden Abend in den Stall… Zwar haben sie auch eine Aussentreppe, aber irgendwie scheint es dort auch nicht hoch zu kommen. Also gut. Wird es also jeden Abend rein gehoben 🙂 Es frisst gut, keiner pickt auf ihm rum, also machen wir es nun so.

Geniesst den Herbst!

 

 

Ahnenforschung und dreckige Hände

Neulich stand ein junger Mann bei uns auf dem Hof. Ist schon eine Seltenheit. Wanderer verirren sich schon manchmal hierher und auch die Moutainbiker radeln mal munter vorbei. Dass aber ein junger Mann schnurstracks zu uns wandert, das sieht man nicht wirklich häufig. Es stellte sich dann heraus, dass er auf einer Ahnenforschungstour unterwegs war. seine Familie kaufte die Villa gleich zwei Mal. 1802 und 1805. Unglaublich, oder? Falls er das hier liesst, dann bitte ich Ihn, sich doch mal per Mail bei mir zu melden. ich habe nämlich weder Namen noch Kontakt… Ich glaube, ich muss mich dann im Winter doch mal ein wenig auf Recherche begeben was den Gibel angeht. Unglaublich, wie lange das Haus hier schon steht und was es vermutlich alles erlebt hat. Ich liebe solche Geschichten!

In den letzten Wochen hatten wir mehrfach Besuch in der Villa. Immer wieder wird uns gesagt, wie schön es doch hier ist. „Es ist schon immer mein Traum SO zu leben“, das hören wir sehr häufig. In der heutigen Zeit, oder eigentlich schon immer, geben Träume, Ziele, Wünsche ja auch immer Hoffnung und Motivation. Wenn man mit seinem eigenen Leben vielleicht nicht komplett zufrieden und glücklich ist. Die Menschen, die sich wünschen abseits zu leben, selbstbestimmt, die werden immer mehr. Oder vielleicht werden wir auch einfach älter und haben unsere Träume angepasst.

Ja, wir leben gerne hier. Und wir leben gerne so, wie wir leben. Ein grosser Teil selbstbestimmt (kann ja jeder anders für sich definieren) und auch minimiert von Konsum und Luxus. Wobei wir andere Dinge als Luxus empfinden. Unsere eigenen Tomaten zum Beispiel, oder die unglaublich wunderschöne Natur. Unsere glücklichen und gesunden Tiere. Uns. Das dies vielleicht auch langer Weg war, immer noch ein Weg ist, wird gerne übersehen. Aber kann nicht jeder anfangen? Jeder kann anfangen auf seinem Balkon Salat zu pflanzen, jeder kann sich aus dem Konsum befreien. Man muss einfach nur anfangen. Irgendwo. So war es bei uns auch.

Und es wird auch gerne vergessen, was man täglich alles erleben kann. Situationen an denen man wächst, über seine Angst oder seinen eigenen Schatten springen muss. Jemand, der seine Wohnung nur mit sauberen Schuhen betritt, Angst vor Spinnen hat oder bei regen lieber auf der Couch sitzt, wird vermutlich nicht glücklich sein auf einem Bauernhof. Auch wenn sich das in seinen Träumen so wundervoll anhört.

Ich kann meinen Mann nicht mal eben holen, wenn ich Monsterspinnen im Wohnzimmer sitzen haben (davon mal abgesehen hat er vor ihr mehr Angst wie ich 😉 ). Und die kommen natürlich mehrfach vor. In einem alten Haus. Im Erdgeschoss. Wenn man gemütlich auf dem Sofa sitzt und zwischen den Beinen läuft eine Maus. Die Reste von ebendieser zu entfernen, weil Kater Sam brav seinem Job nachgegangen ist. Beim Unkrautjäten mal eben eine Blindschleiche oder ne dicke Kröte zwischen den Fingern zu spüren. Und dann diese Fliegen. Fünf Meter neben dem Kuhstall das Fenster öffnen geht einfach nicht, wenn man kein Fliegengitter hat. Im Sommer draussen sitzen und eie Fliegen belagern einen so sehr, dass man selber schon nicht mehr weiss, ob man Mensch oder Kuh ist. Im Sturm und Regen draussen zu sein, Tiere zu versorgen, immer, täglich, weil sie sich darauf verlassen, um dann zum gefühlten 50. Mal die Wohnung zu wischen, weil man immer wieder mit dreckigen Schuhwerk herein kommt. Im Garten etwas einzupflanzen und dann mitten in ein Ameinsennest gebuddelt zu haben, die einen so unglaublich schnell belagern können oder den Hühnerstall zu säubern um überall über dem Kopf die Mäuse rennen zu sehen.Seine Hühner vor dem heranfliegenen Milan oder Bussard zu beschützen und beim Sturm alleine zu versuchen das schützende Netz wieder zu befestigen. Nicht wirklich ausschlafen zu können, weil ja dei Hühner in den Freilauf möchten und auch alle anderen Tiere morgens richtig Hunger haben. Im Halbschlaf nach draussen zu watscheln mit der Vorstellung, „ich leg mich gleich wieder hin“ um im Regenguss richtig wach zu werden. Danach klitschenass erstmal duschen muss. Und nicht zu vergessen die so romantische Holzheizung, bei der man eben nicht einfach mal etwas höher stellen kann. Morgens aufzuwachen und einen kalten Popo zu haben. Blöderweise immer genau dann, wenn das Holz vor der Tür alle ist und man Schubkarrenweise Nachschub heran holen muss. In der Kälte, im Schneesturm. Und dann eben einfach warten muss, bis sich der Ofen auch erwärmt hat. Ich stelle mich hier meistens morgens schlafend. Unser Deal ist nämlich im Winter: Wer als erstes auf ist, der feuert an 😉

Es gibt so unglaublich viel, was einem jeden Tag widerfahren kann. Wobei man dann auch sofort reagieren muss. Oder seinen Ekel überwinden, seine Angst. All diese Dinge werden gerne aus den schönsten Träumen gestrichen. Aber nicht aus unserem 😉 Denn wir lieben das Leben genau so wie es ist! Es ist für uns so ungeheuer lebenswert. Wir lernen jeden Tag und das ist für uns das grösste Geschenk.

 

Sommerregen

Nach den unendlichen Tagen Hitze, oder solllte ich besser Wochen sagen?, ist es nun etwas kühler geworden und es regnet. Zum Glück blieben wir bislang von richtigen Unwettern verschont. Für die Natur ist das so ungemein wichtig und auch wir freuen uns über einige kühle Tage.

Ameisen… Nun hab ich in meiner Garten-Naivität gleich wieder etwas gelernt. Früher, als ich klein war, wurde mir immer erklärt, dass die Ameisen die Blattläuse fressen. Gut. Hab ich damals so aufgenommen. Ausnahmsweise mal brav zugehört und abgespeichert. Nun ist dem aber gar nicht so. Je mehr Ameisen, desto mehr Blattläuse, die bunkern die nämlich sozusagen in Ihrem Bau. Nun hab ich das mal wirklich beobachtet und es ist wirklich so. Es ist aber auch so, dass wenn man Blattläuse im Garten hat nach einigen Tagen ganz plötzlich Marienkäfer da sind. Und die fressen die nun wirklich auf, Ich hätte ja nie gedacht, dass ich es mal spannend finden würde, täglich meine Blattlausplage zu beobachten. Und eine Plage ist es dank der fleissigen Käfer gar nicht mehr. Die Natur regelt das wirklich von alleine. 

Ich komme derzeit gar nicht hinterher. Täglich nach dem Blattlausbeobachten stehe ich in der Küche. Schrubbe alte Gläser um sie gleich darauf mit neuen Köstlichkeiten zu füllen. Verschiedene Pasten, Ketchup, Marmeladen. Und im Gefrierschrank sind schon Mengen an Möhren und Bohnen. Jeden Tag gibt es frischen Salat. Für jeden von uns, denn die Meerschweinchen, Hühner und Schweine sollen ja auch nicht leer ausgehen. Die Möhren hatte ich ja eigentlich nur so Just for Fun für Schnitzel und Pommes angepflanzt. In den letzten Jahren war nichts mit Möhren, aber dieses Jahr sind sie so zahlreich gewachsen. Und die sind soooo lecker!!! Also umdisponiert. Einige für die Tiere, die meisten für uns 😉

Nur ein kurzer Gruss. Ein Regentag will genutzt werden….

Hitzefrei

Ist das wirklich erst zwei Monate her, dass wir hier noch Mal den totalen Wintereinbruch hatten mit 20cm Schnee??! Unglaublich. Derzeit verschanze ich mich drinnen. Im Büro. Dort ist es am schön angenehm… Also angenehm mit so 25 Grad. Draussen haben wir seit Wochen schönstes Wetter. 30Grad+… Nur ab und zu mal ein kleines Gewitterchen.

Könnt Ihr Euch noch erinnern, dass ich während der sibirischen Temperaturen alle zwei Stunden raus musste um überall das Wasser zu wechseln? Jetzt geht es alle zwei Stunden raus um allen Tieren irgendwas Gutes zu tun. Kalte Gurkenstückchen für die Meerschweinchen, kalte Melone für die Mädels (Hennen), kalte Dusche für Schnitzel und Pommes (Schweine). Die Hühner und Meerschweinchen baden ja leider nicht. Aber ich bin so froh, dass wir den Mädels ein Haus auf Stelzen gebaut haben, denn so können sie darunter immer im Schatten Sandbaden. Und ein kleines Lüftchen geht dort auch immer. Den Meerschweinchen habe ich einen Sonnenschirm aufgestellt und das Gras, das sie mehrmals am Tag bekommen tunke ich vorher in das kalte Brunnenwasser. Abends gehe ich dann noch die Gehege alle giessen 😉 Dann ist die Erde über Nacht etwas kühler und alle können sich ein wenig von der Hitze erholen. Ich bilde mir ein, dass es sehr geschätzt wird.

Mit Paula wird nur früh morgens im Wald Gassi gegangen. Sie möchte dann auch tagsüber gar nicht mehr raus. Erst Abends wenn die Sonne hinter den Hügeln verschwunden ist, wird sie dann wieder aktiv. Also dann, wenn Herrchen und Frauchen eigentlich gerne schlafen möchten… Tja und der Kater? Der liegt irgendwo. In den Möhren, zwischen den Tomaten, auf dem Fenchel. Hauptsache Schatten und bitte nicht bewegen. Ich denke, es wäre für ihn am Besten, wenn man auch regelmässig hingeht und ihm sein Fressen vor die Nase stellt. Nein. Soweit ist es noch nicht 😉 Aber wer weiss, was die Hitze noch so mit uns macht.

Und wir? Herrchen und Frauchen? Wir versuchen irgendwie durch zu kommen. Die Wohnung ist voll mit nassen Tüchern und Bettlaken. Not macht ja bekanntlich erfinderisch und ich habe uns eine Klimaanlage gebastelt. Wenn wir zum Camping fahren, dann kühle ich unsere Getränke häufig mit einem nassen Tuch. Und was im Kleinen funktioniert, könnte ja auch im Grossen gehen, oder? Es klappt! Ich kann nicht sagen um wieviel Grad es hier kühler wird, aber es wird merklich kühler und das ist ja schon Mal eine gute Sache. Nachts mache ich die Bettlaken nochmal nass und stelle dann den kleinen Ventilator an. Das unterstützt weiter und wir fühlen uns morgens direkt erholt.

Für unseren Garten ist die Sonne und Wärme natürlich ein grosses Geschenk. Es wächst und gedeiht. Zumindest das Gemüse und die Pflanzen, aber nicht das Unkraut. Und die Schnecken haben auch keine Lust über einen trockenen Boden zu kriechen. Hat also auch sehr viele positive Aspekte diese Hitze. Schwarze Blattläuse gibt es zahlreich dieses Jahr, ich hoffe aber, die Ameisenvölker bekommen das in den Griff. Die machen ja in der Mittagshitze auch Siesta, sind aber schon morgens um sieben ganz fleissig am Arbeiten. Weiss noch gar nicht, wie ich mich bei ihnen bedanken kann. Vielleicht lege ich ihnen mal einen Keks vor den Bau. Ob die Süsses auch gerne mögen?

Neulich habe ich in den Möhren eine grosse bunte Raupe entdeckt und nach einiger recherche festgestellt, dass es die Raupe des Schwalbenschwanzes (Schmetterling) ist. Das hat mich wirklich glücklich gemacht! In den letzten Jahren waren hier so wenig Schmetterlinge. Und jetzt dieses Geschenk! Heute morgen habe ich doch dann noch sechs Raupen entdeckt!! 😉 Ist das nicht wunderschön??? ich freue mich darüber wie ein Schneekönig.